Lüftungsanlage

Schema einer Lüftungsanlage mit WRG

Moderne Passiv-Häuser werden heutzutage so perfekt gedämmt und abgedichtet, daß sie kaum mehr Energie durch die Außenwände verlieren. Frischluft kommt entsprechend nur noch durch geöffnete Fenster und Türen, und damit als Kälte ins Haus. Also wird an der Lüftung gespart, was zu einem ungesunden Klima im Haus führt. Der Mensch braucht aber frische Luft, um sich wohlzufühlen. Mangelnde Frischluft schädigt die Gesundheit und die körpereigenen Abwehrkräfte und damit die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Frischluft transportiert außerdem störende Gerüche, Schadstoffe sowie Pilze und Keime ab und verhindert die Entstehung von Schimmelpilzen.

Neben den hygienischen Aspekten spielt aber auch die Energiebilanz eines Passivhauses eine wichtige Rolle. Praktische Erfahrungen und Messungen haben gezeigt, daß ein Passivhaus ohne Komfort-Lüftung mit effizienter WRG nicht realisierbar wäre, auch wenn die anderen Komponenten, z.B. Wände und Fenster, noch weiter verbessert würden. Über das ganze Jahr gerechnet reduzieren sich die Lüftungswärmeverluste durch die Wärmerückgewinnung auf etwa 7 kWh/(m2a).



Um die erforderliche Luftqualität zu erreichen gibt es verschiedene Arten der Lüftung:
Fugenlüftung unkontrollierte Lüftung, die von äußeren Anströmverhältnissen abhängig ist
im Passivhaus wegen der geforderten Fugendichtheit nicht möglich
Fensterlüftung nur in der Nichtheizperiode sinnvoll,
in der Heizperiode kaum praktisch realisierbar
Mech. Lüftung ohne Wärmerückgewinnung zerstört die Luftdichtheit der Gebäudehülle,
erfordert zusätzliche Nachheizung,
für sanierte Gebäude und Niedrigenergiehäuser geeignete
Mech. Lüftung mit Wärmerückgewinnung für Passivhäuser unverzichtbar

Technische Anforderungen an Wärme-Rückgewinnungsanlagen

  • Hoher Wärmerückgewinnungsgrad (>80 %)
  • Kombinierbarkeit mit Erd-Wärmetauscher
  • keine Zugluft durch geringe Lufttransportgeschwindigkeiten
  • geringer Hilfsstromverbrauch durch effiziente Ventilatoren und druckverlustarme Leitungsverlegung (Jahresarbeitszahl >10)
  • geräuscharmer Betrieb und Vermeidung von Schallübertragung zwischen den Räumen
  • Gewährleistung einer hohen Luftqualität durch den Einsatz verschiedener Filter
  • keine Undichtigkeiten am Wärmetauscher
  • einfache Bedienbarkeit
  • Anschlussmöglichkeit für diverse Sensoren (Luftfeuchte, CO2-Gehalt etc.)

Funktionsweise

Über ein Filterelement im Ansaugdom wird Frischluft, meist aus dem Garten, angesaugt. Beim Durchströmen des Erdwärmtauschers erwärmt sich die Luft und gelangt zum Lüftungs-Zentralgerät. Die vorgewärmte Luft wird in einem zweiten Wärmetauscher an der verbrauchten, aber warmen Abluft vorbeigeführt und nimmt dabei Energie auf. Die so auf ca. 16 - 17°C erwärmte Frischluft wird über ein Kanalnetz im Haus verteilt und den Nutzräumen (Stube, Schlaf- und Kinderzimmer etc) über Wand- oder Deckenauslässe zugeführt. Diese Temperatur genügt, um unbehagliche Temperaturschichtungen im Zuluftraum zu vermeiden. Die Zuluft muss also nicht unbedingt nacherwärmt werden, wenn die zusätzlich notwendige Wärme anderweitig eingebracht wird.

In den Feuchträumen (Küche, Bad, WC etc.) befinden sich Abluftventile. Die verbrauchte Luft aus diesen Räumen wird durch einen Abluftventilator im Zentralgerät entzogen. Der dabei entstehende Unterdruck sorgt im Haus für eine Querlüftung zwischen be- und entlüfteten Räumen. Damit diese Querlüftung funktioniert sind zwischen den einzelnen Bereichen Überströmöffnungen (in Form von Türspalt oder separaten Überströmern) erforderlich.

Im Sommer wird die Wärmerückgewinnung des Lüftungsgerätes abgeschaltet (Sommerbypass-Betrieb), so daß die im Erdwärmetauscher vorgekühlte Luft direkt den Nutzräumen zugeführt wird. Eine Absenkung der Innentemperatur um 4-5°C gegenüber der Außenlufttemperatur ist damit ohne großen Energieaufwand möglich.

RecoBoxx Comfort
Lüftungs-Zentralgerät
Ansaugdom
Ansaugdom
Deckenauslass
Deckenauslass
Wandauslass
Wandauslass
Abluftventil
Abluftventil

In unseren Häusern kommen wahlweise Lüftungsgeräte der Firmen Aerex , Vallox und Paul, die vorstehende Anforderungen des PHI gut erfüllen, zum Einsatz.