Moderne Passiv-Häuser werden heutzutage so perfekt gedämmt und abgedichtet,
daß sie kaum mehr Energie durch die Außenwände verlieren. Frischluft kommt
entsprechend nur noch durch geöffnete Fenster und Türen, und damit als Kälte ins
Haus. Also wird an der Lüftung gespart, was zu einem ungesunden Klima im Haus
führt. Der Mensch braucht aber frische Luft, um sich wohlzufühlen. Mangelnde
Frischluft schädigt die Gesundheit und die körpereigenen Abwehrkräfte und damit
die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Frischluft transportiert außerdem
störende Gerüche, Schadstoffe sowie Pilze und Keime ab und verhindert die
Entstehung von Schimmelpilzen.
Neben den hygienischen Aspekten spielt
aber auch die Energiebilanz eines Passivhauses eine wichtige Rolle. Praktische
Erfahrungen und Messungen haben gezeigt, daß ein Passivhaus ohne Komfort-Lüftung
mit effizienter WRG nicht realisierbar wäre, auch wenn die anderen Komponenten,
z.B. Wände und Fenster, noch weiter verbessert würden. Über das ganze Jahr
gerechnet reduzieren sich die Lüftungswärmeverluste durch die Wärmerückgewinnung
auf etwa 7 kWh/(m2a).
| Um die erforderliche Luftqualität zu erreichen gibt es verschiedene Arten der Lüftung: | |
| Fugenlüftung | unkontrollierte Lüftung, die von äußeren Anströmverhältnissen abhängig
ist im Passivhaus wegen der geforderten Fugendichtheit nicht möglich |
| Fensterlüftung | nur in der Nichtheizperiode sinnvoll, in der Heizperiode kaum praktisch realisierbar |
| Mech. Lüftung ohne Wärmerückgewinnung | zerstört die Luftdichtheit der Gebäudehülle, erfordert zusätzliche Nachheizung, für sanierte Gebäude und Niedrigenergiehäuser geeignete |
| Mech. Lüftung mit Wärmerückgewinnung | für Passivhäuser unverzichtbar |
Technische Anforderungen an Wärme-Rückgewinnungsanlagen |
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Über ein Filterelement im Ansaugdom wird Frischluft, meist aus dem Garten,
angesaugt. Beim Durchströmen des Erdwärmtauschers erwärmt sich die Luft und
gelangt zum Lüftungs-Zentralgerät. Die vorgewärmte Luft wird in einem zweiten
Wärmetauscher an der verbrauchten, aber warmen Abluft vorbeigeführt und nimmt
dabei Energie auf. Die so auf ca. 16 - 17°C erwärmte Frischluft wird über ein
Kanalnetz im Haus verteilt und den Nutzräumen (Stube, Schlaf- und Kinderzimmer
etc) über Wand- oder Deckenauslässe zugeführt. Diese Temperatur genügt, um
unbehagliche Temperaturschichtungen im Zuluftraum zu vermeiden. Die Zuluft muss
also nicht unbedingt nacherwärmt werden, wenn die zusätzlich notwendige Wärme
anderweitig eingebracht wird.
In den Feuchträumen (Küche, Bad, WC etc.)
befinden sich Abluftventile. Die verbrauchte Luft aus diesen Räumen wird durch
einen Abluftventilator im Zentralgerät entzogen. Der dabei entstehende
Unterdruck sorgt im Haus für eine Querlüftung zwischen be- und entlüfteten
Räumen. Damit diese Querlüftung funktioniert sind zwischen den einzelnen
Bereichen Überströmöffnungen (in Form von Türspalt oder separaten Überströmern)
erforderlich.
Im Sommer wird die Wärmerückgewinnung des Lüftungsgerätes
abgeschaltet (Sommerbypass-Betrieb), so daß die im Erdwärmetauscher vorgekühlte
Luft direkt den Nutzräumen zugeführt wird. Eine Absenkung der Innentemperatur um
4-5°C gegenüber der Außenlufttemperatur ist damit ohne großen Energieaufwand
möglich.
Lüftungs-Zentralgerät |
Ansaugdom |
Deckenauslass |
Wandauslass |
Abluftventil |
In unseren Häusern kommen wahlweise Lüftungsgeräte der Firmen Aerex , Vallox und Paul, die vorstehende Anforderungen des PHI gut erfüllen, zum Einsatz.